work@flex

8. Juni 2008

Umgehungsverträge für Beschäftigte der Tutenchamun-Ausstellung

Tutenchamun zur EM 2008Den Beschäftigten der Tutanchamun Ausstellung wurden ursprünglich normale Arbeitsverträge versprochen, aber dann gab es nur freie Dienstverträge von einem Personaldienstleister. Nach öffentlicher Berichterstattung und arbeitsrechtlicher Prüfung wurde klar, dass die Betroffenen sehr wohl Angestellte sind und es sich um typische Umgehungsverträge handelt„,

erklärt die Regionalgeschäftsführerin der GPA-DJP Wien, Barbara Teiber.

Zwischenzeitlich wurden zwar Anstellungsverträge angeboten, allerdings nicht jenen Beschäftigten, die sich für faire Arbeitsbedingungen engagierten. Betroffene haben sich an die GPA-DJP Wien um Unterstützung gewandt. Auf Grund von der GPA-DJP Wien vorliegenden Informationen, dürfte auf die Beschäftigten großer Druck zur Unterschrift der neuen Verträge ausgeübt werden.

Am vergangenen Dienstag fand eine Besprechung der MitarbeiterInnen statt, um über den Status der Dienstvertragsverhandlungen und die diversen Missstände zu beraten. Die freien Dienstverträge wurden bereits überprüft, es handelt sich um Umgehungsverträge der Firma Artex. Da dieser Personaldienstleister in der Zwischenzeit ausgestiegen ist und die Firma Powerserve die Beschäftigten übernimmt, liegt nach der gesetzlichen Lage ein Betriebsübergang für Angestellte vor und daher gelten auch die gesetzlichen Grundlagen aus dem Angestelltengesetz wie Kündigungsfristen, Entschädigungen, etc.

7. April 2008

Santa Precaria: Nachschau und Vorschau

Gespeichert unter: Fest&Feier, Protest, Veranstaltung, VideoBericht, prekär — andreaschober @ 8:00
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Liebe Flexiblen,

im Gegensatz zu gerade jetzt war das Wetter am Aktionstag Prekarisierung bei weitem nicht so strahlend – einige meinten: passend zum Thema.

Eine Nachlese über die zahlreichen Aktionen in Wien, Graz, Linz, Innsbruck und St. Pölten mit Fotos und Videos gibt es im Blog der Santa Precaria.

Gerüchten zufolge wird die Schutzheilige der Prekarisierten am 1. Mai wieder in Wien erscheinen. Anzunehmen, dass selbiges bei der Euromayday Parade stattfinden wird. Treffpunkt dafür ist am 1. Mai, um 14:00 Uhr, das Marcus Omofuma Denkmal (Museumsquartier/Mariahilferstraße).
Infos dazu unter euromayday wien.

Die work@flex wird wie immer an der Parade teilnehmen.

11. Januar 2008

Du Schutzherr für uns alle, Prekäre dieser Welt!

Gebet an Sankt Precarius

Wer ist das, dieser Sankt Precarius, bekannter als San Precario? Tja, siehe die Überschrift.

Hier gibt’s mehr dazu, im Precarios-Blog.

7. Januar 2008

Erhöhte Zielvorgaben, Detektive, Kündigung, Prozesse – eine Call-Center-Geschichte

Als Markus L. 1999 in einem Münsteraner Call-Center als Telefonagent anfing, machte ihm die Arbeit großen Spaß. Nach dem Platzen der New-Economy-Blase jedoch fiel das Preisniveau bei Call-Centern auf bis zu 40%, sodass viele der einst florierenden Betriebe am Kostenfaktor zu sparen begannen.
Auch sein Arbeitgeber, die Firma B., machte nun enge Zielvorgaben wie Quoten für Vertragsabschlüsse etc., die er kontinuierlich erhöhte. Gearbeitet wurde teilweise in ungeeigneten Räumen ohne Zwischenwände, sodass die Telefonate zwangsläufig in Brüllerei ausarteten. L. beobachtete, wie viele der Kollegen unter dem Druck der oft schwer erreichbaren Zielvorgaben litten, welche bei Nichterreichen etwa durch Kündigung sanktioniert wurden. Insbesondere störte er sich 2004 an den ihm zu dürftig erscheinenden Pausen für Bildschirmarbeit und brachte auch ähnliche Arbeitsschutzthemen zur Sprache.

… so fängt ein Artikel auf telepolis an. Absolut lesenswert:
Der Call-Center-Agent, die Detektive und das Boxenluder
.

20. Dezember 2007

Konzern macht auf kindisch – Solidarität mit den Betroffenen

Novartis – Pharmariese, global player und weltweit agierender Konzern – ist mit Novartis Austria eigenen Angaben zufolge

mit über 3.121 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Pharmaproduzentin, -investorin und -exporteurin in Österreich.

Und extrem erfolgreich. Und unglaublich stolz auf die Zahl der Beschäftigten. Und stolz auf die innovativen Produkte. Und man

will innovative Produkte erforschen, entwickeln und erfolgreich vermarkten und damit Krankheiten heilen, Leiden lindern und Lebensqualität verbessern.

Steht alles in der „Österreichbroschüre“ auf der Homepage des Unternehmens. Schreibt der Mag. Christian Seiwald:

Wir sehen unser Unternehmen als Teil der Gesellschaft: Novartis und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen gesellschaftliche Verantwortung in Bereichen, in denen wir mit unseren Erfahrungen und Fachkenntnissen Beiträge leisten und aktiv helfen können – überall auf der Welt. Auch auf unser soziales Engagement in Österreich sind wir stolz.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forschungslabors, auf die und deren Innovationen man bei Novartis so stolz ist, hat das stolze Management mittels einer Videobotschaft nun mitgeteilt, dass das Labor in Österreich geschlossen werde.
Ja genau, richtig gehört: Videobotschaft“ mit dem lapidaren Schlusssatz „That’s it. Trotz bester Geschäftslage, Gewinnen, „gesellschaftlicher Verantwortung“ und ganz viel Stolz.

mehr dazu auf der GPA-DJP-Homepage,
wo auch eine Solidaritäts-Petition gezeichnet werden kann.

5. Dezember 2007

Arbeitsbedingungen in Call-Center

KrampusAktion vor CallCenterIn den letzen Monaten waren die Arbeitsbedingungen in Call-Centern oft ein Schwerpunkt der work@flex.

Viele Call-Center Agents sind in „so genannten“ Freien Dienstverträgen angestellt. Immer wieder kann festgestellt werden, dass es sich in Wirklichkeit um Umgehungsverträge handelt, die die regulären Angestelltenverhältnisse verbergen sollen.

Jetzt gab es dazu eine „Krampus-Aktion“ der GPA-DJP vor dem Call-Center Teleperformance.

Flugblätter wurden verteilt. Und ein Video der erfolgreichen Aktion gibt es nun auch:

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