Das gefällt der Wirtschaftskammer und weil ihr das so gefällt nennt sie das „innovativ“. Selbstständige Hutputzer?
Warum nicht gleich Schuhputzer. Die ehrenvolle und tolle Profession der Schuheputzer hat da doch wohl Pate gestanden.
In den Filmen waren sie zu sehen und in Dokus zu den Verhältnissen in fernen Ländern können wir sie immer noch allenthalben wiederentdecken, die sympathischen Gesellen – oft Kinder oder Nicht-Weiße -, die ihre Leistung dem gepflegten erfolgreichen Mann von Welt in den Straßen der Bankenviertel und ihm dort auch gleich noch einen Stuhl anbieten, ihr Putzzeug und einen Schemel auspacken und sich über die Pflege der feinen Lederschuhe hermachen während der Mann von Welt seinen Blackberry bedient und die Minuten der wohlverdienten Muße freut.
Das ist wohl eigentlich gemeint, oder?

WKÖ will prekarisierte Atypische
Dann wirft der Mann von Welt dem Schuhputzer bzw. hier die Frau von Welt dem Hutstriegler ein Münze zu. Betont lässig, natürlich. Und mit wohlwollendem Lächeln.
So wünscht sich die WKO das. Das nennt sie innovative Trends und das nennt sie Unternehmergeist. Da macht das nichts, dass der Begriff der Innovation – in den Wirtschaftswissenschaften halbwegs klar konnotiert – bewusst dümmlich verdreht wird.
Was soll’s. Es geht ja um den Doppelnutzen. Hutstriegler zahlen keinen Beitrag an die AK, liegen der Arbeitgeberseite nicht auf der Tasche und beziehen auch keine Leistungen wie die Arbeitslose. Das Risiko liegt ganz bei Ihnen und gleichzeitig bekommt man billig seinen Hut gestriegelt oder seine Schuhe geputzt. Die perfekte Welt der WKO. „Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s den Menschen gut.„
widerlich? peinlich?
oder wie soll mensch das nennen?