work@flex

22. Februar 2008

Callcenter kündigt KandidatInnen für Betriebsratswahl

tja, wiedermal. Gerade noch Puls.tv bzw. Puls4, wie es jetzt heißt, diesmal wieder die allseits beliebte Call-Center-Branche. „here we go again!

Ein Auszug aus der Presseaussendung der GPA-DJP von heute (gefunden übrigens zuerst auf Chefduzen.at):

MitarbeiterInnen des Callcenters hatten Ende Jänner eine Betriebsversammlung zur Abhaltung einer Betriebsratswahl einberufen und dort einen Wahlvorstand gewählt. Nun wurden ausgerechnet jene Beschäftigten gekündigt, die für den Betriebsrat kandidieren wollen bzw. sich dafür einsetzen.

Irgendwie ist eine solche Vorgangsweise angesichts der üblichen Gebarungen von „Competence Call Center“ (CCC) nicht so ganz überraschend.
Erst im Herbst hatte es die letzte Auseinandersetzung zwischen CCC und der GPA-DJP gegeben, ebenfalls samt Presseaussendung:

Während des Schichtwechsels im CCC-Call-Center in Wien wurden an hunderte Angestellte ein Informationsflugblatt und ein Beratungsscheck zur kostenlosen Erstberatung in der GPA-DJP verteilt.
Dabei geht es um Informationen über eine aus Sicht der GPA-DJP fragwürdige Verzichtserklärung, durch deren Unterzeichnung die Betroffenen bei Beendigung des Dienstverhältnisses um etwaige gesetzliche Ansprüche umfallen. Sie würden durch eine Unterschrift unter Umständen auf Ansprüche wie Sonderzahlungen, Mehr- bzw. Überstunden, Urlaubs- und Krankenentgelt, sowie Urlaubsersatzleistungen für nicht verbrauchten Urlaub verzichten.

Ok., vielleicht kommt’s wieder zu einer Krampus-Aktion. Warum nicht auch in der Fastenzeit.

7. Januar 2008

Erhöhte Zielvorgaben, Detektive, Kündigung, Prozesse – eine Call-Center-Geschichte

Als Markus L. 1999 in einem Münsteraner Call-Center als Telefonagent anfing, machte ihm die Arbeit großen Spaß. Nach dem Platzen der New-Economy-Blase jedoch fiel das Preisniveau bei Call-Centern auf bis zu 40%, sodass viele der einst florierenden Betriebe am Kostenfaktor zu sparen begannen.
Auch sein Arbeitgeber, die Firma B., machte nun enge Zielvorgaben wie Quoten für Vertragsabschlüsse etc., die er kontinuierlich erhöhte. Gearbeitet wurde teilweise in ungeeigneten Räumen ohne Zwischenwände, sodass die Telefonate zwangsläufig in Brüllerei ausarteten. L. beobachtete, wie viele der Kollegen unter dem Druck der oft schwer erreichbaren Zielvorgaben litten, welche bei Nichterreichen etwa durch Kündigung sanktioniert wurden. Insbesondere störte er sich 2004 an den ihm zu dürftig erscheinenden Pausen für Bildschirmarbeit und brachte auch ähnliche Arbeitsschutzthemen zur Sprache.

… so fängt ein Artikel auf telepolis an. Absolut lesenswert:
Der Call-Center-Agent, die Detektive und das Boxenluder
.

5. Dezember 2007

Arbeitsbedingungen in Call-Center

KrampusAktion vor CallCenterIn den letzen Monaten waren die Arbeitsbedingungen in Call-Centern oft ein Schwerpunkt der work@flex.

Viele Call-Center Agents sind in „so genannten“ Freien Dienstverträgen angestellt. Immer wieder kann festgestellt werden, dass es sich in Wirklichkeit um Umgehungsverträge handelt, die die regulären Angestelltenverhältnisse verbergen sollen.

Jetzt gab es dazu eine „Krampus-Aktion“ der GPA-DJP vor dem Call-Center Teleperformance.

Flugblätter wurden verteilt. Und ein Video der erfolgreichen Aktion gibt es nun auch:

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