work@flex

22. Februar 2008

Callcenter kündigt KandidatInnen für Betriebsratswahl

tja, wiedermal. Gerade noch Puls.tv bzw. Puls4, wie es jetzt heißt, diesmal wieder die allseits beliebte Call-Center-Branche. „here we go again!

Ein Auszug aus der Presseaussendung der GPA-DJP von heute (gefunden übrigens zuerst auf Chefduzen.at):

MitarbeiterInnen des Callcenters hatten Ende Jänner eine Betriebsversammlung zur Abhaltung einer Betriebsratswahl einberufen und dort einen Wahlvorstand gewählt. Nun wurden ausgerechnet jene Beschäftigten gekündigt, die für den Betriebsrat kandidieren wollen bzw. sich dafür einsetzen.

Irgendwie ist eine solche Vorgangsweise angesichts der üblichen Gebarungen von „Competence Call Center“ (CCC) nicht so ganz überraschend.
Erst im Herbst hatte es die letzte Auseinandersetzung zwischen CCC und der GPA-DJP gegeben, ebenfalls samt Presseaussendung:

Während des Schichtwechsels im CCC-Call-Center in Wien wurden an hunderte Angestellte ein Informationsflugblatt und ein Beratungsscheck zur kostenlosen Erstberatung in der GPA-DJP verteilt.
Dabei geht es um Informationen über eine aus Sicht der GPA-DJP fragwürdige Verzichtserklärung, durch deren Unterzeichnung die Betroffenen bei Beendigung des Dienstverhältnisses um etwaige gesetzliche Ansprüche umfallen. Sie würden durch eine Unterschrift unter Umständen auf Ansprüche wie Sonderzahlungen, Mehr- bzw. Überstunden, Urlaubs- und Krankenentgelt, sowie Urlaubsersatzleistungen für nicht verbrauchten Urlaub verzichten.

Ok., vielleicht kommt’s wieder zu einer Krampus-Aktion. Warum nicht auch in der Fastenzeit.

11. Februar 2008

Puls.tv und Tchibo Österreich

Gespeichert unter: Arbeitgeber, Dokumentation, Info-Alarm, prekär — hc voigt @ 15:52
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Zwei Meldungen aus der österreichischen Sphäre der globalisierten und flexibilisierenden Wirtschaftswelt:

1. Der Fernsehsender – vormals Puls.tv und nunmehrPuls4 hat sich zum Start seines „Vollprogrammes“ einen interessanten, freilich etwas seltsamen und uns ratlos zurücklassenden Marketinggag einfallen lassen, um etwas Öffentlichkeit zu generieren:

    Pünktlich zum Sendestart des TV-Senders Puls4 wurden 2 der 3 Betriebsräte dienstfrei gestellt, die sich für Kollektivvertragslöhne der Belegschaft und gegen verdeckte Beschäftigungsverhältnisse (prekäre Diensverhältnisse) eingesetzt haben.

    Es berichten nicht nur traditionelle Medien wie derstandard.at sondern als Quelle für Nachrichten in diesem Bereich viel interessanter die Plattform für kämpferische und demokratische Gewerkschaften.

    TschiboBlog2. Bislang nicht in die Medien gekommen ist diese Meldung hier!!, dass nämlich Tchibo Österreich, der Röst- und Packbetrieb im Werk Wien mit Ende 2008 geschlossen wird.

    Woher wir das dann wissen?
    Weil wir im Oktober 07 einen gemeinsamen und nur eintägigen Crashkurs „BetriebsBlogs“ in Mödling hatten; und weil der Kollege vom Angestellten-Betriebsrat von Tschibo Österreich nach nur einem Tag Schulung bereits einen kleinen aber feinen BetriebsBlog für seine Belegschaft begonnen hat.

    Dort ist nun diese freilich nicht erfreuliche Neuigkeit zu lesen, in den Medien wie gesagt nichts.

    Wenigstens ist dies ein nachhaltiges Zeichen dafür, was BetriebsBlogs leisten können. Sie können uns an den Auswahlmechanismen und Kontrollschranken der Medienwelt vorbei eine Gegenöffentlichkeit bieten und möglich machen.

    Den Betroffenen von Tchibo Österreich solidarische Grüße. Ich bin neugierig, wie sich der Prozess der Schließung weiter entwickeln wird. Hoffentlich auf dem Blog des Betriebsrats nachzulesen, der in Zukunft sicher einige Besucherinnen und Besucher finden wird.

    18. Januar 2008

    Honorarkürzungen bei Freien DienstnehmerInnen – Jänner Newsletter

    Für Freie DiensnehmerInnen hat sich mit dem 1.1.2008 gesetzlich einiges verbessert. Darüber haben wir hier mehrfach berichtet, die Änderungen sind auf der work@flex-Seite nachzulesen.

    Dennoch wollen wir einige Problematiken nicht aus den Augen verlieren:
    Es mehren sich die Meldungen, dass es bei einigen Freien DienstnehmerInnen zu Honorarkürzungen von Seiten der Arbeitgeber gekommen ist, mit dem Hinweis, dass sich ja für sie die Abgaben erhöht haben. Dies ist weder im Sinn der Sozialversicherung, in dem der Gewerkschaft noch viel weniger.

    Wenn Ihr oder Bekannte und Freunde von euch mit dieser Problematik konfrontiert seid, wendet Euch doch bitte an uns!!!
    Wir sind dabei solche Fälle zu sammeln und zu dokumentieren, um dann ein zielgerichtetes Vorgehen gegen solche Praktiken zu koordinieren. Eure Daten werden selbstverständlich wie immer vertraulich behandelt.

    (mehr…)

    7. Januar 2008

    Erhöhte Zielvorgaben, Detektive, Kündigung, Prozesse – eine Call-Center-Geschichte

    Als Markus L. 1999 in einem Münsteraner Call-Center als Telefonagent anfing, machte ihm die Arbeit großen Spaß. Nach dem Platzen der New-Economy-Blase jedoch fiel das Preisniveau bei Call-Centern auf bis zu 40%, sodass viele der einst florierenden Betriebe am Kostenfaktor zu sparen begannen.
    Auch sein Arbeitgeber, die Firma B., machte nun enge Zielvorgaben wie Quoten für Vertragsabschlüsse etc., die er kontinuierlich erhöhte. Gearbeitet wurde teilweise in ungeeigneten Räumen ohne Zwischenwände, sodass die Telefonate zwangsläufig in Brüllerei ausarteten. L. beobachtete, wie viele der Kollegen unter dem Druck der oft schwer erreichbaren Zielvorgaben litten, welche bei Nichterreichen etwa durch Kündigung sanktioniert wurden. Insbesondere störte er sich 2004 an den ihm zu dürftig erscheinenden Pausen für Bildschirmarbeit und brachte auch ähnliche Arbeitsschutzthemen zur Sprache.

    … so fängt ein Artikel auf telepolis an. Absolut lesenswert:
    Der Call-Center-Agent, die Detektive und das Boxenluder
    .

    21. Dezember 2007

    Buch- und BlogEmpfehlung

    und zwar passend zu unserem letzen Beitrag und Aufruf, denn es geht um die Pharmaindustrie.

    Markus Grill: Kranke Geschäfte. Wie die Pharmaindustrie uns manipuliert.
    Der Stern-Journalist Markus Grill hat sich mit investigativen Recherchen im Pharma-Sektor einen Namen gemacht. Das Buch beschreibt, wie die Pharmaindustrie arbeitet, wie sie Ärzte korrumpiert und die Politik und Medien beeinflusst und manipuliert, u.a. über verdeckte PR und Schleichwerbung.
    Markus Grill: Kranke Geschäfte. Wie die Pharmaindustrie uns manipuliert. 2007. Rowohlt, 286 Seiten, 16,90.

    Von selbigen Journalisten und Autor gibt es auch den PharmaBlog, in dem die Reportagen und Artikel von Markus Grill zu den Praktiken der Pharmaindustrie nachzulesen sind,.
    Natürlich u.a. auch zum Konzern Novartis mit seiner stolzen gesellschaftlichen Verantwortung:

    Die „Freiwillige Selbstkontrolle Arzneimittelindustrie“ (FSA) hat der Firma Novartis mit einem Ordnungsgeld in Höhe von 50.000 Euro gedroht, falls sie weiterhin mithilfe von bezahlten Patientenbeobachtungen ihre Bluthochdruck-Medikamente Diovan und Codiovan in den Markt drückt.

    [Empfehlungen via dem wichtigen LobbyControl-Blog]

    20. Dezember 2007

    Konzern macht auf kindisch – Solidarität mit den Betroffenen

    Novartis – Pharmariese, global player und weltweit agierender Konzern – ist mit Novartis Austria eigenen Angaben zufolge

    mit über 3.121 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Pharmaproduzentin, -investorin und -exporteurin in Österreich.

    Und extrem erfolgreich. Und unglaublich stolz auf die Zahl der Beschäftigten. Und stolz auf die innovativen Produkte. Und man

    will innovative Produkte erforschen, entwickeln und erfolgreich vermarkten und damit Krankheiten heilen, Leiden lindern und Lebensqualität verbessern.

    Steht alles in der „Österreichbroschüre“ auf der Homepage des Unternehmens. Schreibt der Mag. Christian Seiwald:

    Wir sehen unser Unternehmen als Teil der Gesellschaft: Novartis und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen gesellschaftliche Verantwortung in Bereichen, in denen wir mit unseren Erfahrungen und Fachkenntnissen Beiträge leisten und aktiv helfen können – überall auf der Welt. Auch auf unser soziales Engagement in Österreich sind wir stolz.

    Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forschungslabors, auf die und deren Innovationen man bei Novartis so stolz ist, hat das stolze Management mittels einer Videobotschaft nun mitgeteilt, dass das Labor in Österreich geschlossen werde.
    Ja genau, richtig gehört: Videobotschaft“ mit dem lapidaren Schlusssatz „That’s it. Trotz bester Geschäftslage, Gewinnen, „gesellschaftlicher Verantwortung“ und ganz viel Stolz.

    mehr dazu auf der GPA-DJP-Homepage,
    wo auch eine Solidaritäts-Petition gezeichnet werden kann.

    26. November 2007

    Was sind Lohnnebenkosten?

    Gespeichert unter: Arbeitgeber, Dokumentation, Humor, VideoBericht — hc voigt @ 10:30
    Tags: ,

    Diese Frage wird im Kellerabteil-Blog erörtert (Link zum Beitrag).

    Wobei die Frage zu einem guten Teil dazu dient, ein Video des Kabarettisten Volker Pispers vorzustellen, in dem dieser dieser Frage nachgeht. Bissig, lustig, gut und mit mehr als einem Schuss Wahrheit.

    3. Oktober 2007

    Verschlechterungen für FH-Lehrende abgewehrt

    Gespeichert unter: Arbeitgeber, Bildungssystem, GPA-DJP, Gesetze, freier Dienstvertrag — andreaschober @ 18:42
    Tags: ,

    Änderung des Fachhochschulstudiengesetzes:

    Verschlechterungen für Angestellte abgewehrt
    - Definition von nebenberuflich Lehrenden ausverhandelt

    In den letzten Wochen wurde viel und lang über eine Änderung des Fachhochschulstudiengesetzes diskutiert. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs, dass Lehrende an Fachhochschulen anzustellen sind, gab es einen massiven Vorstoß von Seiten der Arbeitgeber, alle Lehrenden nur mehr per Freien Dienstvertrag zu beschäftigen.

    (mehr…)

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